Hacamat

Hacamat / Blutigesschröpfen
Hacamat ist eine Behandlung, bei der mit einem Glasbehälter Blut entnommen wird. Es ist eine allgemeine Behandlungsmethode, um die durch angestautes Blut verursachten Beschwerden im Körper zu lindern.
Das Grundprinzip des Hacamat besteht darin, an den entsprechenden Hautstellen durch ein Vakuum toxische Substanzen dem Körper zu entziehen und den verlangsamten Blutfluß wieder zu beschleunigen. Diese Verbesserung des Blutflußes zu den Geweben und Organen führt zu einer Beschwerdelinderung.

Wie läuft das blutige Schröpfen ab?
Das betroffene Hautareal wird zuerst gereinigt und desinfiziert. Mit Hilfe eines Schröpfglases wird anschließend durch das Erzeugen eines Vakuums für ca. 3 min eine verstärkte Durchblutung (Hyperämie) hervorgerufen.
Anschließend wird das Schröpfglas entfernt und mit Hilfe einer einer Blutlanzette wird das betroffene Hautareal mehrfach in 1 cm Abständen über eine Länge von 1cm und der Tiefe von 1mm geritzt. Durch das erneute Herstellen eines Vakuums wird nun über die Hautwunden Blut in den Schröpfgläsern gesammelt. Diese Prozedur dauert ca. 10 – 15 min.
An welchen Körperstellen wird Hacamat gemacht?
Geschröpft wird zwischen den Schulterblättern, am Rücken, am Hinterkopf sowie an jeder Körperstelle, die schmerzt und nahe den Organen, die Beschwerden bereiten.

Gegenanzeigen und Nachteile
Für das Schröpfen bedarf es bestimmter gesundheitlicher Bedingungen und Voraussetzungen, denen man seine Aufmerksamkeit widmen muss!
Kinder unter 2 Jahren und Personen über 70 Jahren, schwangere Frauen oder bei Frauen während der Menstruation, Dialysepatienten, Patienten mit Krebsmetastasen und Hämophilie, Menschen mit bekannter schwere Anämie oder sehr niedrigem Blutdruck und frisch operierte Menschen dürfen nicht Hacamat machen lassen.
Die zu behandelnden Hautareale dürfen keine Auffälligkeiten aufweisen. Bei Muttermalen oder Wunden darf nicht geschröpft werden.

Dinge, die vor und nach dem Schröpfen beachtet werden müssen:
Keine Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten, nach Möglichkeit auch keine Schmerzmitteleinnahme sowie kein Essen von Kirschen. Nach dem Hacamat sollte man 4 Stunden lang nicht schlafen und 24 Stunden nicht duschen oder baden.

Die Vorteile des blutigen Schröpfens

Die ausgewählten Schröpfstellen sind hinsichtlich des Blut- und Energieflusses im Körper strategisch wichtige Knotenpunkte. Wesentliche therapeutische Angriffspunkte sind der Blutfluss (Hämodynamik) und die Spannung (Tonus) im Stoffwechsel und Energiestatus in der Reflexzone und im Zielort.
Durch das Schröpfen kommt es zum verbesserten Fluss von Blut und Lymphe in der Mikrozirkulation durch Entfernen der lokalen Blut und -Lymphstauung.
Im Gewebe angesammelte Toxine werden entfernt, das Gewebe wird besser mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, wodurch sich muskuläre Verspannungen und Ödeme lösen und der Patient eine deutliche Erleichterung und Schmerzreduktion im Segment fühlt. Das Immunsystem wird gestärkt, der Körper wird resistenter. Insgesamt führt die Verbesserung der Durchblutung somit zur Genesung. So wird das Schröpfen auch bei neurologischen / psychologischen Krankheitsbildern wie z.B. Angststörungen und Depressionen gerne eingesetzt.
Das Schröpfen, sowohl blutig als auch unblutig, wird auch in der traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) angewandt. Die TCM erklärt das Entstehen von Schmerzen mit dem gestörten Fluss der Energie QI, die durch den gesamten Körper des Menschen fließt und den Menschen am Leben erhält, und durch den lokalen Stau der Energie.